Meuser / Noemi Pfister

by Adrian Dürrwang
Kunstbulletin
7-8 / 26
Deutsch

Bei Noemi Pfister planscht ein Pumuckl im Urinal; bei Meuser mahnt ein Topf auf einer Metallstange an eine Stehlampe. In der Schau bei Nicolas Krupp liegt der Unterschied zwischen den zwei Positionen nicht bloss in den fast 45 Jahren, er ist Programm: Wo stehst du mit deiner Kunst, Kolleg*? lotet aus, welche Massstäbe ans eigene Schaffen gelegt werden.

Noemi Pfister(*1991), bekannt für verrätselte grossformatige Malerei, greift in ihrer Kleinformat-Serie das Titelzitat Jörg Immendorfs von 1973 auf: Da malt etwa Krtek, der kleine Maulwurf, in einer Atelierszene – zwei Pinsel in den Händen und einer zwischen den Zähnen – an mehreren Bildern. Diese Zeichentrickfigur wie auch der rothaarige Kobold werden als Teil des Kunstsystems, einmal produzierend, dann wieder sammelnd, inszeniert. Pfister hinterfragt ironisch Mechanismen der Wertzuschreibung.

Und das macht auch Meuser (*1947), ein Beuys-Schüler im Düsseldorf der 1970er-Jahre. Nach Immendorfs revolutionärem Aufruf «Hört auf zu malen» fand er zu einer eigenen puristischen Formensprache, die er bis heute ohne grosse Geste mit einfachen Materialien wie Fundstücken oder Schrott pflegt: Seine Objekte wie besagte Lampe (2012) oder Besser im Flur (1990-2026), das mit bemalter Stahlplatte und rostfarbener Trägerkonstruktion an ein Dielenmöbel erinnert, oszillieren zwischen Präsenz und Beiläufigkeit.

Keine familiäre Generationenbe gegnung: Ein geerdeter Senior und eine selbstbewusste Junge legen einander ihre Überzeugungen vor.

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Cover Image: Noemi Pfister, Please Ignore the Couch, 2026, Foto: Nicolás Sarmiento